Donnerstag, 24. März 2016

Eine Künstlerin über ihre Arbeit

Wie die meisten von euch schon mitbekommen haben, bin ich großer Fan der La Vida Colorista Fotografie- und  Auftragsmalerei. Ich bewundere Clarissa´s Fotos und Zeichnungen einfach immer wieder aufs Neue und bin begeistert von ihrem Talent.
Erst am Sonntag waren Chilli und ich sie wieder zu einer Hunde- Fotorunde im Tharandter Wald besuchen und es sind wieder wunderschöne Bilder entstanden [dazu berichten wir aber zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Blogbeitrag noch einmal ganz ausführlich ;-)]
Neben der Vorfreude auf ein Wiedersehen, hatte ich auch noch einige Fragen zu Clarissa´s Arbeit im Gepäck, welche sie mir trotz eines vollgestopften Terminkalenders beantwortet hat.








Du bist also ein Künstler durch und durch – erzähl doch mal was du so machst!

Eine meiner Lieblingsfragen... Die meisten Menschen reagieren sehr stutzig darauf wenn ich antworte: „Ich zeichne fotorealistische Tier- und Menschenportraits und arbeite nebenher als Fotografin“. Aber die meisten sind nur so lang skeptisch, bis sie die ersten Bilder von mir gesehen haben.

 
Wann hast du erstmals bemerkt, dass du solch eine Begabung für die Malerei hast?

Hmmm, also als erstes haben es wohl eher meine Eltern bemerkt ^^Malen war schon immer eines meiner liebsten Hobbies. Als ich klein war habe ich sehr gern Prinzessinnen gemalt, aber am liebsten immer noch Tiere. Vor allem Pferde wurden zu Papier gebracht. Mit der Zeit habe ich dann immer mehr versucht meine Motive so exakt wie möglich abzumalen. 2011 kamen dann die ersten Aufträge.

 
Welches war dein erster Auftrag / deine erste Zeichnung und was empfindest du, wenn du sie heute betrachtest?

Lustigerweise war mein erster Auftrag nicht mal ein Tier, sondern ein Menschenportrait. Und ich muss sagen dass mir die Zeichnung nach wie vor gefällt. Ich war damals so euphorisch, dass ich mit voller Konzentration komplett durchgezeichnet habe und so ist auch gleich ein tolles Bild entstanden ;-)

Wenn ich das Bild sehe denke ich immer daran zurück, wie alles angefangen hat und kann es nach wie vor nicht glauben, dass ich nun davon Leben kann. Da wird man schon fast sentimental ;-)

 
Hast du eine Ausbildung?

Nein eine Ausbildung habe ich auf diesem Gebiet nicht. Punkt Nummer zwei der die meisten Leute stutzig macht – keine Ausbildung?! – kann man da überhaupt auf dem Gebiet gut sein?!

Ich hatte 2011 darüber nachgedacht an der Kunsthochschule in Dresden zu studieren – aber ich muss ehrlich gestehen, dass mir die künstlerische Art, die heutzutage an solchen Einrichtungen gelehrt wird, einfach überhaupt nicht zusagt. Also habe ich einfach selber versucht immer besser und perfekter zu arbeiten. Und bisher kommt das auch gut an – seit 2011 habe ich vor allem auf dem Gebiet der Tiermalerei und –Fotografie zufriedene Kunden.



 
Aber du bist Studentin nur auf einem anderen Gebiet?

Haha ja – ich studiere (trommelwirbel) Forstwissenschaften. Dass ich mich mal von meiner Arbeit ernähren kann konnte ich 2012 noch nicht wissen ;-)

Aber ich muss zugeben, das Studium ist bei mir nur noch Nebensache. Natürlich stellt sich dann die Frage, warum ich es nicht einfach abbreche. Aber so kurz vor dem Abschluss wäre das doch eher irrsinnig also versuche ich das ganze noch über die Bühne zu bringen. Danach wird sich trotzdem nicht mehr viel für mich verändern, denke ich. Ich bin eigentlich nur die lästige Lernerei los und kann mich das komplette Jahr auf meine Arbeit fokussieren.

Was fotografierst/malst du am liebsten?

Das sind ganz eindeutig Vierbeiner. Ich liebe es treuen Hundeaugen in meinen Zeichnungen Leben einzuhauchen, den faszinierenden Blick einer Katze darzustellen oder die Anmut eines Pferdes festzuhalten.

Gerade auch in der Fotografie bemerke ich, wie sehr ich es liebe Tiere vor der Linse zu haben, denn man kann nie vorhersehen was passiert. Man kann diese einzigartigen Momente nur erleben und im richtigen Moment den Auslöser drücken. Das macht es für mich einfach unglaublich spannend.

 
Hast du bestimmte Rituale, bevor du zu Malen oder Fotos zu bearbeiten beginnst ?

Hmmm nein eigentlich nicht wirklich ^^Ich räume dann nur meinen Tisch ab damit ich Platz habe. Aber während ich zeichne läuft eigentlich immer meine Playlist auf Spotify – so macht die Arbeit noch mehr Spaß. Manchmal höre ich auch Hörbücher oder sehe mehr oder weniger einen Film nebenher. Aber ich habe gemerkt, dass mich das doch zu sehr ablenkt und ich nicht so effizient arbeiten kann.

 
Wie reagieren deine Familie/Freunde auf deine Arbeit? Stehen sie hinter dem, was du tust, bewundern dich dafür oder gibt es sogar Neider?

Hmmm das ist eine gute Frage. Also klar – der Großteil meiner Familie steht auf jeden Fall hinter mir. Vor allem meine Stiefmama und mein Bruder zeigen mir immer wieder deutlich, dass sie es toll finden was ich erreicht habe, was mich natürlich sehr stolz macht. Denn irgendwo will man doch immer von seiner Familie Lob hören und dass sie stolz auf einen sind J

Aber nach wie vor gibt es auch Punkte wo ich mich nicht ernst genommen fühle... So ganz nach dem Klischee: Brotlose Kunst und davon wird man nie leben können.

Und bei meinen Freunden ist es so, dass ich angefangen habe zu filtern. Wer steht hinter mir und meiner Arbeit? Wer akzeptiert, dass sich mein halbes Leben darum dreht? Und wer gönnt mir, dass ich mir hier einen riesigen Traum erfüllt habe?

Man selektiert dann ziemlich schnell, welche Menschen einem wichtig sind und welche nicht.

Ob es Neider gibt.... hmmm bestimmt – aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Denn am Ende ist jeder selber dazu in der Lage das Beste aus seinem Leben zu machen.

Viele sehen immer nur, dass ich quasi meinen „Hobbies“ nachgehe und dafür auch noch Geld bekomme. Was da aber für eine Wahnsinns Arbeit und Organisation dahinter steckt und vor allem auch Herzblut – das sehen die Wenigsten.



 
Wie viele Stunden malst oder bearbeitest du deine Bilder im Durchschnitt, bevor du eine Pause benötigst und wie gestaltest du dir diese?

Haha die Frage ist gut :-D

Also Fotos bearbeite ich meist so 3-4h am Stück, mit dem zeichnen ist es nicht anders. Dann gibt’s tatsächlich eine Pause von vllt 30min. In der esse ich dann meist was und beantworte Mails oder Nachrichten auf Facebook, Instagram und Snapchat, lade neue Bilder hoch und mache damit wieder etwas mehr Werbung. Also wenn man es so betrachtet ist es auch keine richtige Pause. Aber ich finde das nicht schlimm, ich habe gern Kontakt zu meinen Kunden.

Aber es ist natürlich auch nicht so, dass ich jetzt nur Arbeite, Esse und mich auf meinen Social-Mediaplattformen aufhalte.

Ich gehe auch täglich 1-3h mit meinen Hunden Abby und Anila den Wald unsicher machen. Außerdem gehe ich noch 3mal pro Woche zum Sport und einmal auf den Hundeplatz- zumindest habe ich mir das vorgenommen. Das ist dann mein täglicher Ausgleich zur Arbeit.

 
Was war/waren bisher die schönsten und für dich berührensten Reaktionen auf deine Arbeit?

Oh da gibt es so viele... Ich habe wirklich schon viele Kunden zu Tränen gerührt und das ist für mich nach wie vor ein unglaubliches Gefühl, wie stark meine Arbeit Menschen bewegen kann. Ein wichtiger Punkt, warum ich so viel Liebe und Zeit in meine Arbeit investiere.

Was mir aber jetzt spontan einfällt sind eigentlich 3 bestimmte Bilder. Zum einen einen die große Collage von Magyar Viszla „Janos“ – meine Kundin schenkte das Bild einer Freundin und ihrem Mann. Auch sie waren zu Tränen gerührt.

Ein paar Monate später verstarb der Hund obwohl er noch nicht mal besonders alt war. Die Besitzerin schrieb mich an, wie glücklich sie sei, dass sie so eine schöne Erinnerung an ihren geliebten Vierbeiner habe.

Zwei weitere Kundinnen, deren Hunde ich gemalt hatte, schrieben mich erst letzte Woche an. Auch ihre Senioren waren verstorben und sie schrieben mir, wie froh sie über die Zeichnung seien.

Sowas lässt einen schon erschaudern und ich bin selber gerührt und kann auch mit den Besitzern mitfühlen. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich Ihnen so ein schönes Andenken zeichnen durfte.

 
Was wünscht du dir weiterhin für deine Arbeit, wo siehst du dich z.B. in ein paar Jahren der Weiterentwicklung?

Hmmm das ist schwer zu sagen... Wer kann schon in die Zukunft sehen ;-)

Aber ich habe auf jeden Fall vor mich in den nächsten Jahren auf Tiere zu spezialisieren. Denn dafür schlägt mein Herz einfach. Auch wenn ich unheimlich gerne Hochzeiten fotografiere, oder Familien... aber trotz allem liebe ich es nach wie vor am meisten einen Vierbeiner zu fotografieren und in Szene zu setzen oder die treuen Augen zu zeichnen. Aber wann ich dieses Ziel erreicht habe steht noch in den Sternen ;-)

 

Gibt es ein Motto oder Zeilen, welche du Menschen mit auf den Weg geben würdest, welche vielleicht einen ähnlichen Weg wie du einschlagen möchten und ihr Hobby, die Fotografie oder die Malerei zum Beruf machen möchten?

Oh ja! Ich kann nur eins sagen: Geht euren Weg, lasst euch niemals nie – also wirklich nie!!! – unterkriegen und euch sagen, dass ihr etwas nicht schaffen könnt. Wenn ihr für eine Sache lebt, dann spüren das auch die Menschen mit denen ihr zu tun habt. Tut das, was euch glücklich macht – es ist euer Leben und das habt ihr nur einmal!





Liebe Clara, ich bedanke mich auch auf diesem Weg noch einmal recht herzlich bei dir, dass du dir die Zeit genommen und mir meine Fragen so offen beantwortet hast.
Weiterhin wünschen wir dir natürlich ganz viel Freude, Erfolg und Schaffenskraft für alle bevorstehenden Fotoshootings und Malaufträge. ;-)
Jule & Chilli