Donnerstag, 3. März 2016

Über das Ausdrucksverhalten unserer Hunde [Teil1]

Der Hund ist im Leben mit uns Zweibeinern wirklich äußerst anpassungsfähig.
Reden kann er allerdings noch nicht, auch wenn dies manchmal äußerst interessant wäre... *grins*
Um das Verhalten und die Sprache unserer Hunde zu verstehen, müssen wir Zweibeiner uns in unsere Vierbeiner hineinversetzen und sozusagen "verhundlichen" *lach* und genau darüber soll es in dem heutigen Post gehen.
 
Der Hund verständigt sich sowohl mit uns Menschen, als auch mit seinen Artgenossen durch Mimik & Körpersprache [optische Kommunikation], durch Berührungen [taktile Kommunikation], durch Laute [akustische Kommunikation] und durch Gerüche [olfaktorische Kommunikation].
Im Bereich der olfaktorischen Kommunikation können wir Zweibeiner im Gegensatz zu unseren geliebten Fellnasen echt einpacken, denn sie Riechen bis zu einer Million Mal besser als wir *hust*
Zum einen liegt dies an der Anzahl der Riechzellen. Der Mensch hat etwa 5 Millionen Riechzellen, während Hunde, je nach Rasse, zwischen 125 und 220 Millionen Riechzellen haben. Zum anderen liegt es an der Größe des „Riechhirns“. Beim Menschen macht das Riechhirn nur etwa 1 % des gesamten Gehirns aus, beim Hund 10 %.
Des weiteren kann der Hund „Stereo-Riechen“, weil seine Nase rechts und links unterscheiden kann. Damit kann der Hund besser feststellen, aus welcher Richtung ein Geruch kommt.
Auch "schmecken" Hunde Gerüche über ihren Gaumen.
Daher können speziell trainierte Spürhunde auch noch Tage später eine Spur aufnehmen und verfolgen, weil jeder „Geruchverursacher“ seine ganz eigene Geruchzusammenstellung hat und somit für den Hund einzigartig ist.


 


 
Die Optische Kommunikation:


 Mit ihrer Körpersprache und Mimik drücken Hunde ihre momentanen Empfindungen aus.
Vergleicht man diese mit deren der Wölfe, muss man feststellen, dass die unserer Hunde sich stark vergröbert hat.
Viele Hunde können sich nämlich aufgrund ihres Aussehens nicht mehr so gut verständigen.
Die wohl meisten Einschränkungen bestehen darin:
  • das Gesicht einiger Hunderassen wird stark von langen Haaren verdeckt
  • Hängeohren können bei weitem nicht das vermitteln, was mit Stehohren ausgedrückt werden kann
  • langhaariges Fell lässt sich kaum bis nicht sträuben
  • kupierte Ruten können nahezu nichts mehr übermitteln
  • einige Rassen, wie es beispielsweise bei Windhunden der Fall ist, wirken aufgrund ihrer eingeklemmten Rute oftmals unterwürfig, während aufrecht getragene Ruten Selbstbewusstsein signalisieren
 
Aus diesen Gründen kann es schnell einmal zu Missverständnissen unter ihnen kommen.   
 
Eine Botschaft des Hundes besteht meist aus verschiedenen Signalen, allerdings kann ein einzelnes Signal, je nach Situation, eine völlig unterschiedliche Bedeutung haben.
So ist z.B. das Schwanzwedeln nicht nur ein Ausdruck von Freundlichkeit, sondern muss im Zusammenhang mit dem Gesamtausdruck gesehen werden.
Im folgenden möchte ich einen kleinen Überblick des optischen Ausdrucksverhaltens geben, allerdings sind diese nicht immer ganz klar voneinander abgegrenzt, sondern können auch in Mischformen auftreten.
 
 


Das Imponierverhalten
Hier bewegt sich der Hund eher steifbeinig, Hals und Ohren werden aufgerichtet, das Fell im Nacken- und Rückenbereich gesträubt, der Kopf meist leicht zur Seite geneigt, die Rute hoch aufgestellt getragen, um möglichst groß und beeindruckend zu wirken. Der Blick ist vom Gegenüber abgewandt.
Die aktive Unterwerfung
Sie ist Zeichen der freundlichen Kontaktaufnahme und Begrüßung und hat verschiedene Ausdrucksformen:
·  der Artgenosse wird mit der Schnauze angestupst oder geleckt
  • die Bewegungen des Hundes wirken spielerisch, er wedelt freudig mit der Rute und der Blick ist dabei auf sein Gegenüber gerichtet
·  er zeigt ein Lachen [Chilli zeigt dies ihren Lieblingsmenschen fast täglich], dabei werden die vorderen Zähne bei einem freundlichen, unterwürfigen Gesamtausdruck kurz gebleckt.
Die passive Unterwerfung
Bei geduckter Körperhaltung ist der Blick vom Gegenüber angewandt, die Ohren nach hinten gedreht, die Lefzen wie zu einem Grinsen waagerecht nach hinten gezogen und die Rute eingeklemmt.
Das Angriffsdrohen
Die vorderen Zähne sind gebleckt, der Gegner unter starrer und angespannter Körperhaltung direkt fixiert.
Das Abwehrdrohen
Hier werden die Zähne bis in den Backenzahnbereich gebleckt, die Ohren eng an den Kopf angelegt, die Rute zumeist eingekniffen.
Die Körperhaltung ist meist geduckt, um kleiner zu wirken. [Chilli kriecht bei diesem Ausdrucksverhalten meist regelrecht über den Boden].
 
Die Aggression
Der komplette Körper ist durchgespannt, die Läufe durchgedrückt, die Zähne gebleckt, die Mundwinkel kurz, die Ohren nach vorn auf den Gegner gerichtet. Die Rute ist hoch aufgestellt und pendelt zumeist leicht.
 

 
Beißen nun Hunde, welche Bellen?
Auch Bellen oder Knurren können von der Aufforderung zum Spiel bis zur Warnung alles bedeuten. Um den Hund richtig zu verstehen, sollten sich Menschen daher nie auf einzelne Zeichen beschränken. Es ist immer ein Bündel an Signalen, von der Nasen, bis zur Schwanzspitze.

Na, wer erkennt, was Chilli dieser jungen Hündin hier signalisiert?




Bereits nächste Woche wird es Teil 2 zum Ausdrucksverhalten unserer Hunde auf unserem Blog  geben, in welchem ich auf die Verständigung durch Laute, die taktile Kommunikation und die Geruchswelt eingehe.