Donnerstag, 10. März 2016

Über das Ausdrucksverhalten unserer Hunde [Teil 2]

Wie bereits im Teil 1 klick  angekündigt, gibt es heute den 2. Teil über das Ausdrucksverhalten unserer Hunde, in welchem ich auf die Verständigung durch Laute, die taktile Kommunikation und die Welt der Gerüche eingehen werde.


Beginnen wir mit der Verständigung durch Laute:
Das Bellen: Je nach Rasse und Situation geben unserer Lieblinge sehr unterschiedliche Belllaute von sich. Vergleich ich beispielsweise das Bellen der Collies meiner Großeltern, welches sehr hell und hoch ist, mit dem von Chilli, welche eher einen sehr dunklen und dumpfen Ton hat, liegen Welten. *lach*
Auch die Situation, in welcher Belllaute abgegeben werden, ist hier sehr unterschiedlich. Während die Collies sowohl zur Begrüßung, wie auch zur Spielaufforderung und um auf etwas oder sich selbst aufmerksam zu machen bellen, gibt Chilli nur ein kurzes Wuffen ab, wenn sie uns auf eine mögliche Gefahr aufmerksam machen möchte, oder sie vom Nachbarshund mal wieder so genervt ist, dass auch sie der Meinung ist, sie müsse jetzt mal ihren Senf ihre Belllaute mit zum Einsatz bringen. Ansonsten zählt Chilli eher zu der ruhigeren Sorte Hunde und ist bei weitem nicht so bellfreudig wie die Collies meiner Großeltern, welche wirklich konsequent an verschiedenen Situationen arbeiten mussten, hätte es sonst früher oder später Klagen der Nachbarschaft gegeben, denn glaubt mir: ein Colliegebell und dazu noch gleich von zwei solch Rabauken, hört man weit, sehr, sehr weit sogar. *hust*



Wie ist das Bellverhalten eurer Hunde? Müsst oder musstet ihr bereits oft eingreifen und korriegiren, oder zählen auch eure Hunde eher zur ruhigeren Sorte?


Das Knurren: ist eine unmissverständliche Warnung und sollte auch von jedem als diese betrachtet werden. Geknurrt wird z.B. bei der Verteidigung einer Beute, wenn der Hund etwas Verdächtiges gesehen oder gehört hat oder auch bei Rivalen und Menschen, welche er nicht erriechen kann oder sogar Angst vor ihnen hat.


Jaulen und Winseln: Diese Lautäußerungen sind zumeist Ausdruck, dass dem Hund etwas nicht behagt. Einsamkeit, Langeweile oder auch Frust, an Stelle X liegen bleiben zu müssen, während Herrchen oder Frauchen vergnügt das Spiely werfen oder eine Fährtenstrecke vorbereiten. Auch Schmerzen oder große Angst drücken viele Hunde durch diese Lautäußerungen aus.


Kommen wir zur taktilen Kommunikation.
Berührungen dienen überwiegend der freundlichen Verständigung und sind wichtig für eine feste Bindung zwischen Rudelmitgliedern und somit auch im Umgang und Kontakt mit uns Menschen.
Während man im Umgang der Hunde untereinander z.B. ein Aneinander Kuscheln, Fellknabbern, Anstupsen und Schnauzen lecken beobachten kann, beschränkt sich die taktile Kommunikation uns Menschen zu unseren Lieblingen auf Streicheln, Kraulen und Kuscheln. Nicht zu vergessen auch die Fellpflege. Chilli reckt hier beispielsweise immer ganz genüsslich ihr Köpfchen nach oben, sobald ich beginne ihren weißen Latz zu Bürsten oder nach einem Spaziergang im Regen abzutrocknen.


Auch bei unfreundlichen Auseinandersetzungen kommen taktile Reize zum Einsatz, indem der Rivale angerempelt oder verdrängelt wird. Ebenso zählt das Kopfauflegen auf den Rücken des Unterlegenen als Imponiergeste zu dieser Art der Kommunikation.



Und wenn die Lieblingsmenschen alle vertan und beschäftigt sind, wird eben mit Rudolph gekuschelt und ab und an bekommt der auch mal ein kräftiges Chilli- Küsschen :D


Die Welt der Gerüche: Die Geruchssinn unserer Hunde ist wohl wahrlich der Wichtigste, denn durch ihn können auch blinde oder seheingeschränkte/behinderte Hunde sich zurechtfinden. Wie wahnsinnig gut unsere Hunde Riechen können, können wir Menschen wohl nicht annähernd erahnen, da wirklich Dimensionen dazwischen liegen.
Wenn unsere Lieblinge auf Spaziergängen überall herumschnüffeln und ihre Nase gewissermaßen in möglichst jede Ecke und jedes Loch stecken wollen, lesen sie sozusagen ihre Hundezeitung. *grins*
Aus den zahlreichen Duftmarken ihrer Artgenossen, können unsere Hunden nämlich ganz klar und deutlich Ablesen, ob kurz vor ihnen ein guter Hundekumpel oder doch eher der Erzfeind vorbeimarschiert sind.
Auch etwas Jagdbares wird gewittert, oder ob vielleicht eine paarungsbereite Hündin des Weges kreuzte.

Hunde platzieren ihre Duftmarken gerne an exponierten Stellen, wie Baumstämmen, Erhebungen, Maulwurfshügel... und Chilli sogar liebend gern und mit äußerster Gewissenhaftigkeit Pferdeäpfel, welche wir des häufigeren auf Waldwegen vorfinden. *lach*  
Wer besonders selbstbewusst und dominant ist, verteilt seine Witterung nach dem Markieren oft durch ausgeprägtes Scharren, mit teils sogar begleitendem Knurren. Und ja, Chilli gehört definitiv dazu. *hust*


Auch wir Menschen vermitteln den Hunden über unseren Geruch Informationen, wie z.B. ob wir Angst vor ihnen haben.  


Welche Witterung Chilli hier wohl aufnimmt?