Freitag, 18. März 2016

Wie sehen unsere Hunde?

Vorbei ist nun die kalte Winterzeit, in der die Farben der Natur oft zugeschneit. Jetzt sieht man sie wieder tausendfach, auf Wiesen, Feldern, im Wald und am Bach.
Der Osterhase steht bereits in den Startlöchern, doch welche Farbe sollte das Osternest für Fiffi, Waldi, Bello & Co haben, damit sie es auch erkennen können?


Noch bis heute glauben viele Menschen, dass unsere Hunde nicht in Farben, sondern nur in Graustufen sehen können. Das aber ist falsch. Das Farbensehen von Hunden wurde durch verschiedene Experimente und Verhaltensstudien erforscht, u.a. von Jay Neitz, welcher Versuchsreihen und Studien an der Universität von Kalifornien in Santa Barbara machte, mit folgendem Ergebnis:







Hunde können farblich sehen, allerdings nehmen sie Farben weder so intensiv, noch so variantenreich wahr, wie wir Menschen das tun. Sie sehen quasi so, wie ein Mensch, der rot-grün-farbenblind ist.



Woran liegt das?
Sowohl im menschlichen, als auch im Auge des Hundes, gibt es die sogenannten Zapfen und Stäbchen. Dies sind spezielle, lichtempfindliche Zellen, welche auf Farben reagieren.
Stäbchen vermitteln Hell-Dunkel-Eindrücke, sind aber sehr lichtempfindlich. Zapfen hingegen dienen dem Sehen bei mittleren bis hellen Lichtverhältnissen und dem Farbensehen.
Es gibt verschiedene Arten z.B. L-Zapfen für Rot, M-Zapfen für Grün und S-Zapfen für Blau. Ihre Anzahl und die Art der vorhandenen Zäpfchen legt fest, welche Farben des Farbspektrums gesehen werden können. Zäpfchen sind weniger lichtempfindlich, deshalb funktionieren sie nur wenn genügend Licht auf sie trifft.
Wir Menschen besitzen 3 Arten der Zapfen und können damit etwa 200 Farbtöne unterscheiden. In der Fachsprache werden diese Zapfen als Trichromaten bezeichnet.  
Hunde allerdings besitzen nur 2 dieser Zapfenarten, sogenannte Dichromaten. .
 Somit können unsere Hunde auch nicht ganz so intensiv Farben sehen, wie wir es tun.
Der eine Zapfentyp des Hundes ist empfindlich für Blau-Violett, der andere für Gelb. Hunde und ihre wilden Verwandten sehen also im wesentlichen den Spektralbereich von Gelb über Grün und Blau, wobei ihnen Objekte, die für uns grün sind, farblos und rote Objekte gelb erscheinen.
Dafür können sie Grautöne besser voneinander unterscheiden als wir.



Und wer sieht schärfer?
Die Sehschärfe des Menschen ist ungefähr sechsmal besser als die des Hundes. Interessant ist, dass der Hund seinen menschlichen Freund auf Distanz kaum erkennen kann, wenn sich dieser still verhält, feinste Bewegungen auf große Distanz jedoch wahrnimmt.
Dies wiederum machen sich Beutetiere zunutze, indem sie reglos verharren, sobald sie Gefahr wittern.
Der Blick des Hundes ist "weicher" und kann nicht so viele Details ausmachen.
Man muss sich dies vorstellen, als würden wir durch eine Klarsichtfolie oder einen dünnen Vorhangstoff schauen, bei welchen zwar die Umrisse der Gegenstände zu sehen sind, viele der inneren Details aber verschwimmen oder sogar ganz verloren gehen.
Das Sehvermögen des Hundes ist quasi auf Bewegungen und schlechte Lichtverhältnisse spezialisiert, was auch für sein Überleben als Jäger notwendig ist, denn in der Dunkelheit sind sie uns wieder klar überlegen.


Ebenso hat der Hund ein weiteres Gesichtsfeld, als wir Menschen. Während der Hund einen Winkel von 240 Grad umfasst, schaffen wir Zweibeiner nur etwa 200 Grad.
Dafür ist der Bereich, welcher von beiden Augen gesehen wird [binokulares Gesichtsfeld], kleiner. Während wir Menschen bei diesem auf etwa 120 Grad kommen, schafft der Hund nur etwa 60 Grad.



Schau mir in die Augen Kleines! ;-)



Zusammenfassend kann man also festhalten, dass wir Menschen zwar mehr Farbe und Details als Fiffi, Waldi, Bello & Co sehen, was aber nicht bedeutet, dass diese benachteiligt sind. Der Hund hat, wie alle Tiere, dass Sehvermögen entwickelt, welches seinem Überleben am besten dient.