Sonntag, 12. Juni 2016

Damit das Baden ein Vergnügen und nicht zum Horrortrip unserer Hunde wird

Mehr als einmal habe ich bereits in diesem Jahr gesehen wie Hunde immer wieder ins Wasser gezwungen, bzw. sogar fallen gelassen wurden, ein Anblick welcher mir immer wieder aufs Neue das Herz bricht und genau aus diesem Grund habe ich einmal ein paar „Grundregeln“ zusammengefasst, welche Herrchen/Frauchen einhalten sollte, damit der Ausflug zum See auch wirklich ein Badevergnügen und nicht zum Horrortrip der Fellnasen wird.


Nicht jeder Hund ist ein Badehund!
Wie bereits erwähnt habe ich bereits in diesem Jahr schon zweimal erleben müssen, wie Hunde gegen ihren Willen ins Wasser gezwungen wurden und lautstark auf sie eingeredet wurde: „Schau mal, der da drüben schwimmt doch auch! Nun stell dich nicht so an, so schwer ist das nicht! Du wirst die Abkühlung genießen, wenn du einmal verstehst, was wir dir hier bieten wollen…“

Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht bestreiten, dass es Hundehalter gibt, welche ihren Hunden an heißen Sommertagen wirklich eine angenehme Abkühlung verschaffen wollen, aber Fakt ist: Unter Zwang und Gewalt wir das nichts!!! Vielmehr verprellt man den Hund vor dem Wasser so noch mehr und ob gut gemeint oder nicht. Wenn mein Hund mit den Pfoten strampelt, vor sich hinwimmert oder sogar quietscht, dann hat dies definitiv nichts mehr mit guter Absicht zu tun, sondern mit Zwang! Für mich ist es absolut unverständlich, wie man es über das Herz bringt, sich die Hosenbeine erneut hochzukrempeln, seinen Hund soweit in den See zu tragen, bis dieser keinen Grund mehr unter den Pfoten verspürt, in dann absetzt und womöglich noch an der Schleppleine festhält, sodass er „auf der Stelle schwimmt“ und nicht einmal mehr die Möglichkeit hat, sich sofort wieder ans sicherer Ufer zu retten.

Ich geh sogar so weit, dass dies eine Form der Gewalt für mich darstellt, welcher leider nicht gerade wenige Kleinhunde ausgesetzt sind, denn Chilli würde ich mit ihren 46kg nicht so mir nix dir nix ins Wasser gezwungen bekommen.

Daher möchte ich noch einmal erwähnen, dass nicht jeder Hund Freude am Baden oder Schwimmen hat und dieses doch auch bitte von allen Hundehaltern anerkannt und vor allen Dingen respektiert werden sollte!!!   

Chilli beispielsweise benötigt auch jedes Jahr aufs Neue ihre Zeit, bis sie sich traut loszuschwimmen und auch ich locke mit Leckerchen, Spiely und rede aufmunternd auf sie ein, würde sie aber im Leben nicht zum Schwimmen zwingen [selbst wenn es mir möglich wäre], wenn sie dies nicht von sich aus tut. Es gibt nun einmal Hunde, welchen es vollkommen ausreicht, mit den Pfoten durchs seichte Ufer zu tappen und dann sollte auch jeder Hundehalter dies respektieren!!!

Die Collies meiner Großeltern sind an dieser Stelle das beste Beispiel: gerade Mal einer der vier ist geschwommen, allerdings nur gemeinsam mit Herrchen und nicht allein. Iden zog es als Junghund ständig ans Wasser und ab und an zog er auch kleine Schwimmrunden. Mit einem Jahr verlor sich dies, obwohl es kein negatives Erlebnis gab und bis heute reicht es auch ihm vollkommen aus, mit den Pfoten durchs kühle Nass zu tappen und den See als Auftankstation seines Wasserhaushaltes zu nutzen.



Die Möglichkeit des Lösens geben!
Bevor es an den See oder das Meer geht, sollten der Hund die Möglichkeit haben, Blase und Darm vor seinen Schwimmrunden zu entleeren.

Die Gefahr der Strömung und Gezeiten!
Bäche, Flüsse und Kanäle werden oftmals unterschätzt und nicht erst einmal ist ein Hund aufgrund einer nicht vorhersehbaren Strömung abgetrieben oder sogar um sein Leben gekommen. Auch Steilufer sind denkbar ungeeignet um seinen Hund von da hineinspringen zu lassen, denn die wenigsten schaffen es aus eigener Kraft wieder heraus. Beim Badevergnügen im Meer sollte man die Gezeiten beachten, denn so schön es auch ist, bei Ebbe durch das Watt zu wandern, so schnell verliert man auch die Zeit aus den Augen und das Meer kommt wieder zurück.

Während einige Hunde wahnsinnig viel Freude daran haben durch das Watt zu flitzen, mögen andere diesen gewöhnungsbedürftigen Untergrund gar nicht. Auch Chilli hat uns schon einmal bei einer Wattwanderung begleitet, fand dies nach anfänglichem „Laufen auf Eiern“ auch ganz spaßig, vermied es aber sich zu setzen und erst recht nicht darin zu legen oder sich zu kugeln.


Kein Sprung ins kalte Wasser!
Dies zählt für unsere Hunde ebenso wie für uns Menschen. Ein zu krasser Temperaturwechsel von zehn Grad und mehr belastete sowohl unseren, als auch den Kreislauf unserer Fellnasen sehr stark und kann unter Umständen sogar zum Herzstillstand führen. Daher sollten sowohl Hund als auch Herrchen/Frauchen zunächst langsam mit den Pfoten/Füßen durchs seichte Wasser waten, damit diese sich abkühlen und der Körper sich umstellen kann.

Seichter Einstieg
Viele Hunde haben mehr Sicherheit, wenn der Übergang vom Ufer zum Wasser seicht verläuft und nicht wie in zahlreichen Kiesgruben abrupt und steil verläuft. Auch Chilli zählt zu ihnen und bevorzugt es langsam ins Wasser zu waten und erst einmal bis zum Bauch im Wasser stehen zu bleiben. In Gewässern, welche zu steil mit einem Mal abgehen, schwimmt sie auch nicht.




Eine Schwimmweste zur Unterstützung
Während einige Hunde nach dem Anlegen einer solcher Schwimmweste keinen Meter mehr laufen, bietet sie anderen Hunden Schutz und Sicherheit, ganz besonders noch sehr jungen und schwimm- unerfahrenen Hunden, als auch dem älter werdenden Hund.  Hier ist darauf zu achten, dass die Schwimmweste speziell auf die Fellnase angepasst ist und diese beim Schwimmen nicht herausrutschen oder sich im Ernstfall sogar darin verhängen kann.

Das Bade-, bzw.  Schwimmvergnügen nicht übertreiben!
Schwimmen ist für unsere Hunde zwar außerordentlich gesund, jedoch auch körperlich sehr anstrengend, sodass darauf geachtet werden sollte, spätestens dann einen Schwimmstop einzubauen, sollte der Hund sich nur noch mühsam fortbewegen, den Kopf nicht mehr ausreichend über Wasser halten können und der Schwimmfluss quasi ins Stocken gerät.   

Mit Chemie belastete Zecken- und Flohhalsbänder zuvor entfernen!
Diese Bänder geben ihre Wirkstoffe ans Wasser ab und haben somit an keinem badenden Hund etwas zu suchen!

Rücksicht auf Schilfbewohner!
Die Sommerzeit ist auch die Zeit in welcher zahlreiche Vögel im Schilf brüten und ihre Jungtiere aufziehen. Daher sollte man darauf achten, dass die Hunde nicht in diese Brutstätten laufen und nach Möglichkeit auch etwas abseits von diesen Baden/Schwimmen geht.




 

Habt ihr noch Ergänzungen? Dann ab damit in die Kommentare! ;-)

Morgen werden wir uns einen blogfreien Tag genehmigen, sind aber schon am Mittwoch mit einem tollen Outfit, passend zum Sommer und Badevergnügen wieder zurück. Seid gespannt! ;-)